Tauchen in aller Welt

Zakynthos

GRIECHENLAND · September 2000 · Limni Keriou von Jörg


[Zakynthos I, Laganas und Umgebung] · [Zakynthos II, Laganas mit Kind und Kegel]

Die Anreise: Am 12.09.00 bin ich von Hamburg mit Hapag Lloyd nach Zakynthos geflogen. Es war mein vierter Tauchurlaub am Mittelmeer und mein zweiter auf Zakynthos, aber ich war jetzt in Limni Keriou beim Divingcenter Turtle Beach und ich war wirklich positiv überrascht. Im Juni war ich in Laganas bei Divers Paradise. Von den Tauchgebieten ist es gleich, da alle Tauchschulen auf Zakynthos im selben Gebiet tauchen.

Das Tauchgepäck wird bei Hapag Lloyd bis 30 kg pro Person kostenlos befördert. Eine Anmeldung ist erst ab Gruppen von 5 Personen erforderlich. Zur Vorsicht melde ich aber mein Tauchgepäck immer an. Manchmal weiß das Fremdpersonal am Check-In Schalter nicht so gut Bescheid.

Mein Flug ging pünktlich und ich kam am Vormittag auf Zakynthos an. Der Flughafen ist relativ klein und die Gepäckausgabe dauert ein wenig. Timo, der Besitzer der Tauchbasis, wartete schon im Eingangsbereich auf mich. Das Appartement und den Flug habe ich über Tauchen und Reisen in Reinbek bei Hamburg gebucht. Timo brachte mich dann zum Taxistand, von wo aus ich dann mit dem Taxi direkt nach Limni Keriou in mein gebuchtes Appartement gebracht wurde, welches zur Tauchbasis gehört, gebracht wurde.

Appartement von aussenDas Appartement und die Unterbringung: Mein Appartement machte einen guten Eindruck. Es lag direkt am kleinen Hafen von Limni, so dass ich keine weiten Wege zu gehen brauchte. Trotzdem habe ich mir bei der Autovermietung Smart Rentals einen kleinen Panda für die 2 Wochen gemietet, damit ich abends auch mal nach Laganas fahren konnte. Der Wagen war recht preisgünstig, umgerechnet DM 58,– pro Tag, inkl. aller Steuern und Versicherungen.

Es gibt insgesamt 40 Studios und Appartements, die zur Basis gehören. Alle sauber und einfach eingerichtet, man findet aber alles vor, was man so zum selber versorgen braucht, wobei ich mir aber nur Frühstück gemacht habe. Zuhause dachte ich noch, ob das man mit dem Frühstück klappt? Aber alles bestens, es gibt in dem kleinen Ort eine super Bäckerei, da habe ich mir jedem morgen ein ofenfrisches und noch warmes Baguettebrot für DM 1,50 geholt und dann gemütlich auf meinem Balkon mit Blick auf den kleinen Hafen gefrühstückt. Für alle anderen Dinge des täglichen Lebens gibt es 2 Supermärkte im Ort.

Der Ort: Limni Keriou war im September nicht mehr ganz so voll, dadurch wirkte es schon sehr gemütlich. Der Ort besteht aus 2 Strassen, einer am Hafen und Strand, die andere Limni Keriou von obenaus dem Ort raus. Die Bucht von LimniEine gute Übersichtskarte und viele Bilder findet Ihr auf der Homepage von Tauchen und Reisen.

Abends essen gehen war schon gar nicht so einfach, die Auswahl war schwierig, weil es überall lecker duftet und schmeckt. Bei Timos Eltern und bei seinem Onkel kann man lecker griechisch essen und man trifft hier dann auch die anderen Taucher wieder. Abends geht man dann für einen Absacker in das Rockcafe oder in die Cocktailbar am Berg.

Wenn man sich ein Auto oder Moped mietet oder auch zu Fuß, sollte man unbedingt in die Pizzeria La Bruschetta zu Lea und Nino außerhalb Limni Keriou fahren. Sie liegt auf einem Hügel und man hat einen hervorragenden Blick von der Terrasse auf Marathonissi und die Bucht von Laganas. Die Pizza- und Pastagerichte sind vorzüglich. Ich habe selten eine bessere Pizza gegessen.

Vor der BasisDie Basis: Aber jetzt zum wichtigsten, dem Tauchen. Auf der "Boot 2000" in Düsseldorf hatte ich mich schon bei Zante Diving und Nero Sport informiert. Timo ist zwar auch da gewesen, habe ich im nachhinein erfahren, habe ihn aber damals nicht gefunden. Dann bin ich aber über die Anzeige von Tauchen und Reisen in "Tauchen" und "Unterwasser" gestolpert. Dort schrieb Jürgen, der Inhaber, von guten Angeboten und Preisen. Ich habe dann erst mal die Homepage im Internet besucht. Machte einen sehr guten Eindruck. Dann fand ich noch über de.rec.sporttauchen 2 Taucher, die schon da waren und auch nur positiv berichteten. Ich entschied mich dann, über Tauchen und Reisen das Diving Center Turtle Beach zu buchen und habe es nicht bereut, zumal Jürgen und seine Frau Susanne zur gleichen Zeit selber vor Ort waren.

Das Diving Center Turtle Beach liegt direkt am Strand, nur durch die Uferstraße getrennt. Die Basis, unter der Leitung von Timotheus Karmiris (kurz Timo) wurde im Mai 1998 eröffnet. Die gesamte Ausrüstung wurde damals neu gekauft und macht auch jetzt noch einen sehr neuen und gepflegten Eindruck. Alles was ein wenig verschlissen ist, wird zur nächsten Saison ersetzt. 1999 wurde ein neues Tauchboot gekauft. Ein super Boot, 12 m lang, 4 m breit, einen 450 PS Innenborder, Platz für bis zu 30 Tauchern, Toilette, 500 L Frischwasser, große Tauchplattform und 2 Treppen.

Die Anmeldung wird sehr professionell gehandhabt. Logbuch, Brevet und Tauchtauglichkeitsbescheinigung müssen vorgelegt werden. Das Logbuch wird sehr genau gelesen und man wird auch viel gefragt. Auf der Tauchbasis arbeiten 2 Tauchlehrer und Timo selber. Für die kommende Saison sollen noch zusätzlich 2 — 3 Diveguides eingesetzt werden. Ein Checkdive im eigentlichen Sinne findet nicht statt, aber beim ersten Tauchgang bekommt man als Buddy einen Diveguide, der die Tauchfertigkeiten kontrolliert.

Die Basis selber befindet sich beim Restaurant des Onkels. Hier stehen 2 Coltri Sub Kompressoren (zusammen 480 l) , die 10, 12 und 15 l Flaschen, das eigene Equipment der Taucher und Blei. Es gibt ein Becken zum Spülen, diverse Haken zum Abtropfen lassen des Equipments. An der Basis packt man seine Sachen in eine Kiste, schnappt sich eine Flasche und stellt alles in den roten Lieferwagen. Dann geht man die 200 m zum Tauchboot im Hafen. Der rote Lieferwagen folgt und man verlädt dann alles an Bord. Hier baut man dann auch erst seine Ausrüstung zusammen.

Täglich werden zwei Ausfahrten gemacht. Wenn es erforderlich ist, wird auch dreimal oder viermal gefahren. Bei zwei Ausfahrten trifft man sich um 9.30 und um 14.30 Uhr.

Die Anfahrtszeiten zu den Tauchplätzen sind kurz, da das Boot schnell ist und Limni Keriou schon dicht an den Tauchplätzen liegt. Es gibt an Bord Sauerstoff, Sattelitenfunk, Funk und Handy. Reingesprungen wird hinten von der Plattform. Zum Einsteigen gibt es 2 Leitern. Zu _ ist das Boot überdacht, so dass es immer ausreichend Schatten gibt. Im ganzen ist das Boot als sehr bequem und komfortabel zu betrachten. Auf den Tauchausfahrten wird Trinkwasser gereicht. Das Briefing wird in englisch, deutsch, italienisch oder griechisch gemacht, je nachdem welche Sprache erforderlich ist. Bei der Gruppeneinteilung wird sehr darauf geachtet, dass möglichst immer gleich ausgebildete bzw. erfahrene Taucher zusammen gehen. Normal gehen immer 2 Guides mit, man kann aber auch ohne Guide tauchen.

Nach dem Tauchen sitzt man noch gemütlich zusammen, schreibt Logbuch, Timo gibt einen Ouzo aus und man spült nebenbei seine Ausrüstung. Dann wird natürlich noch viel geklönt und dann geht man auseinander, trifft sich aber abends meist irgendwo wieder, da der Ort nicht so groß ist.

Tauchboot Turtle BeachDas Tauchen: Das Wasser hatte im September an der Oberfläche 24 Grad, auf 20 m 18 - 20 Grad. Somit reicht ein 3 mm Tropie vollkommen aus, jedenfalls für mich, da ich noch über ein wenig Eigenneopren verfüge. Es gibt kaum Strömung. Das Tauchboot wird immer geankert, man muss also immer zum Tauchboot zurücktauchen. Tiefengrenze ist bei 30 m, Tauchzeitbegrenzung ist 55 Minuten.

Unter WasserDie Sichtweiten gingen von 15 – 40 m. Da es nicht meine ersten Mittelmeertauchgänge waren, fällt mir die Beurteilung der Tauchgebiete nicht so schwer. Bisher war ich in meinen Tauchurlauben im Mittelmeer, Rotes Meer, Bali und auf den Malediven.

Noch mehr WasserDer erste Eindruck ist, dass das Mittelmeer ein wenig leer oder kahl ist, irgendetwas fehlte. Aber so nach 2 – 3 Tauchgängen weiß man, auf was man achten muss. Im Vergleich zum Juni waren weniger Fische da. Aber es gab immer noch schöne Fischschwärme zu sehen. Zum Beispiel sieht man: überwältigende Unterwasserlandschaften, Höhlen, Schluchten, Überhänge, Torbögen, Röhren, man kann gar nicht alles aufzählen, was es an verschiedenen Unterwasserlandschaften gibt. Es gibt keine Großfische, jedenfalls habe ich keine gesehen. Dafür gibt es Höhlen mit zigtausenden von kleinen Garnelen, Zackenbarsche bis 35 kg, Muränen, Dorsche,Neoprenfische Oktopusse usw. Schnecken, Krebse und schön bewachsene Überhänge und Torbögen. Einen Tauchplatz gibt es, da sieht man am Tage 40 - 50 große Langusten, das war sehr beeindruckend. Mein Lieblingstauchplatz ist der Arc de Triumph. Man kann 3 Höhlen betauchen, davon 2 voll mit Garnelen, und dann noch durch den schönen Triumphbogen hindurchtauchen. Wirklich toll. Mein schönstes Erlebnis war eine Schildkröte beim Tauchen zu sehen. Das hat auf Zakynthos wirklich Seltenheitswert. In der Bucht selber sieht man beim Schnorcheln und beim Rausfahren jede Menge Schildkröten, beim Tauchen scheint es aber eher selten zu sein. Im Juni habe ich beim White Reef oder auch Cave Tunnel im Tunnel selber zwei mal eine Mittelmeerrobe gesehen, dieses mal hatte ich dieses Glück nicht.

Schon wieder die TaucherIngesamt habe ich 22 Tauchgänge in den 14 Tagen gemacht. Es ist natürlich nicht Malediven oder Rotes Meer, halt anders, aber es hat seinen Reiz. Und die Sichtweiten sind atemberaubend.

Wenn man 10 Tauchgänge oder mehr macht, kostet jeder Tauchgang DM 30,– (Endpreis). Das heißt, z.b. kosten 22 Tauchgänge DM 660,–. Egal ob 10 L, 12 L oder 15 L Flasche, alles ein Preis.

Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder hinfahren. Mein Dank für einen wirklich gelungenen Urlaub gilt Timo und Susanne, Manfred und Joanna, Jürgen und Susanne und natürlich allen, die ich kennengelernt habe. Ich hoffe, sie alle nächstes Jahr wiederzusehen.

Alle Aufnahmen für diesen Bericht wurden mit der digitalen Olympus Camedia, inkl. der Unterwasser-Fotos.

Wegen der vielen Fotos habe ich eine Galerie der Bilder angelegt.

[Zakynthos I, Laganas und Umgebung] · [Zakynthos II, Laganas mit Kind und Kegel]


Zuletzt geändert: Montag, 25. November 2002

© 1999-2003 Dirk Levy